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Von 1928 bis heute... PDF Drucken E-Mail

Der Luftsportverein Landstuhl feiert 2003 bereits sein 75-jähriges Bestehen. Außerdem besteht das Segelfluggelände Eßweiler genau 40 Jahre. Der Verein wurde am 14.Juli 1928 durch mehrere Luftfahrtbegeisterte in Landstuhl gegründet. Mit dem ersten selbstgebauten Segelflugzeug vom Typ "Zögling" wurden im Mai 1929 20 Probestarts am "Weißen Häuschen" im Landstuhler Bruch durchgeführt. Hierbei wurden Flughöhen von bis zu 10 m und Weiten bis zu 100 m erreicht. Nach diesen Probestarts ging es zum Segelfliegerberg der Pfalz, dem Elkenknopf bei Schalodenbach. Hier wurde gemeinsam mit anderen Kameraden aus Kaiserslautern, Pirmasens, Neustadt und Landau geflogen. Im Herbst dienten die Hänge des Kahlenberges und des Hausberges bei Bann als Startplätze.

Aufgrund der politischen Verhältnisse wurde der Verein im Jahre 1937 zwangsweise aufgelöst und die Mitglieder sowie der Flugzeugpark in staatliche Organisationen überführt. Im Oktober 1950 fanden sich ehmalige Mitglieder wieder zusammen und erweckten den Verein zu neuem Leben. Mühevoll und schwierig war dieser Neuanfang. Es fehlte an allem, insbesondere an finanziellen Mitteln. Durch den Verkauf von Rasierklingen und Spendensammlungen konnten die ersten Mittel für den Kauf einer Baulizenz und das Material zum Eigenbau eines Segelflugzeugs bereitgestellt werden. Innerhalb von 2 Jahren enstand so bis 1956 ein für die damalige Zeit hochmodernes doppelsitziges Segelflugzeug vom Typ "Rhönlerche" und eine Startwinde vom Typ "Backnang". Was noch fehlte, war ein geeignetes Segelfluggelände. In Zusammenarbeit mit dem Aero-Club Pirmasens konnte auf der Pottschütthöhe bei Rieschweiler mit Hilfe der US-Streitkräfte ein entsprechendes Gelände hergestellt werden. Im August 1956 erfolgten die ersten Starts. Die Anzahl der flugbegeisterten Mitglieder nahm zu und der Verein wuchs stetig. Im Jahre 1960 gehörten dem Verein bereits 3 Segelflugzeuge, die unter anderem durch Herstellen von Kleiderbügeln in Lohnarbeit finanziert wurden. Die Freude dieser erfolgreichen Flugjahre blieben nicht ungetrübt. Der zunehmende Motorflug auf der Pottschütthöhe führte immer mehr zu Behinderungen und Gefahren für den Segelflug. Hinzu kamen Auseinandersetzungen mit dem Aero-Club Pirmasens. Dies ließ im Verein den Gedanken an ein eigenes Segelflugelände keimen.

Im Landkreis Kusel, in der Gemeinde Eßweiler konnte ein entsprechendes Gelände ausfindig gemacht werden. 1961 entschloß man sich, dort einen eigenen Segelfugplatz zu bauen. Der damalige Ortsbürgermeister Gilcher und auch der Gemeinderat unterstützten dieses Vorhaben. Nach und nach wurden die notwendigen Grundstücke erworben und mit Hilfe der US-Streitkräfte die umfangreichen Erdarbeiten durchgeführt. 1963 war der Rohbau vollendet und am 18.Juli des gleichen Jahres wurde der erste Start durchgeführt. 1965 entstand die erste Flugzeughalle und ein Holzbaracke als Unterkunft. Nach und nach wurden neue Segelflugzeuge angeschafft und der Verein entwickelte sich prächtig. Dank der ausdauerenden Mitarbeit aller Vereinsmitglieder und unter Leitung unseres jetztigen Ehrenvorsitzenden Dr. Karl Dahl wurden über die Jahre 3 neue Fluzeughallen sowie ein Nebengebäude mit Aufenthaltsraum , Küche und Werkstatt errichtet. Besonders erfreulich dabei ist, daß trotz der immensen Investitionen, der Verein heute keine Schulden hat und alle Einrichtungen samt Gelände sein Eigen nennen kann.

Der Verein zählt zur Zeit etwa 90 Mitglieder. Sie kommen aus allen Regionen der Pfalz. Es handelt sich hierbei um Handwerker, Beamte, Ingenieure, Schüler und Studenten. Es sind Leute aus allen Berufs- und Altersgruppen, die Spaß an diesem Sport gefunden haben und bereit sind, genügend Zeit und Engagement mitzubringen.

Technisches

Der Flugplatz Eßweiler ist ca. 1000 m lang und ca. 100 m breit. Es werden überwiegend Windenstarts durchgeführt. Mit der ausgelegten Seillänge von ca. 1000 m können Schlepphöhen bis zu 400 m erreicht werden. Als Startwinde steht eine Doppeltrommel-Winde des Systems TOST mit ca. 240 PS zur Verfügung. Seit vor drei Jahren zwei UL Doppeldecker am Platz stationiert wurden, hat die Anzahl der F-Schlepps enorm zugenommen und ist heute für Leistungsflug und während der Woche die gängige Startart an unserem Platz. Geschleppt wird zwei UL Doppeldeckern vom Typ Renegade. 

Arbeitsstunden

Alle aktiven Mitglieder haben in einem Jahr 20 Pflichtarbeitsstunden zu erbringen. Werden diese nicht erreicht, so ist jede nicht geleistete Stunde mit 13 Euro auszugleichen. Alle Arbeitsstunden werden addiert und am Ende des Jahres wird der Durchschnitt ermittelt. Mitglieder, die mit ihrer Gesamtarbeitszeit unter diesem Durchschnitt liegen, haben die Differenz zwischen den 20 Pflichtarbeitsstunden und der Durchschnittsarbeitszeit mit einem Betrag von 3 Euro pro Stunde auszugleichen. Mitglieder, die über dem Durchschnitt mit ihrer Gesamtarbeitszeit liegen, erhalten pro Stunde mehr geleisteter Arbeit eine Gutschrift von 3 Euro.

Jedoch erbringen nicht alle Piloten die Arbeitsstunden. Vor allem im Ultraleicht Bereich wird sehr gerne darauf verzichtet. Denn im Vergleich ist diese Variante immer noch günstiger als macher Hallenplatz auf anderen Flugplätzen. Ohne zu arbeiten fallen Gebühren für die Arbeitsstunden in Höhe von 260,00 € pro Jahr an. Zusammen mit der Hallenmiete von 175,00 € immer noch günstiger als....

Über das Thema Arbeitsstunden wurde auch bei uns schon endlos diskutiert, jedoch wurde das Rad nicht neu erfunden. Arbeitspflicht abzuschaffen wäre der Untergang unserer 13ha großen Anlage, auf der anderen Seite kann es auch ein Fluch sein, wenn man weiß, man muß noch arbeiten - bei der Ausführung seiner Leidenschaft. Wie es auch immer geregelt wird, es ist auf der einen Seite falsch. Deshalb führen wir diese Reglung einfach weiter, bis jemand eine wirklich gut Idee hat!

Zukunft

Auch für uns stellt die zukünftige Entwicklung ein zweischneidiges Schwert dar. Gelang es und in den vergangenen drei Jahren die ehemalige Vereinsjugend wieder zu aktivieren und sehr viel Nachwuchs zu rekrutieren, sowie endlich eine F-Schlepp-Maschine dauerhaft am Platz zu stationieren, so fragen wir uns, was kommt nun?

Es wird von Tag zu Tag schwerer Jugendliche oder interessierte Erwachsene vom fliegen und von unserem Flugplatz zu begeistern. Die Statistiken des Deutschen Aeroclub bestätigen genau dies: die Anzahl der Hobbypiloten geht zurück. Alte Menschen hören auf, der Nachwuchs fehlt. Aber auch beim Fußball, einfach überall: die Generation Playstation möchten ihren 16:9 Screen einfach nicht mehr verlassen. Warum auch? Der LSV Eßweiler kann keinen Real Time Flug in einer A380 von Frankfurt nach New York JFK bieten, der Flight Sim kann das - und das ohne die Couch verlassen zu müssen.

Die Zukunft kann nur gesichert werden, wenn sich die Jugend besinnen wird und ihren sozialen Mittelpunkt wieder in Vereinen sucht. Zusammen etwas bewegen. Einen faszinierenden Sport gemeinsam ausüben, das Zusammenspiel von Natur, Technik und Wissen um Recht verstehen und ausführen. Das werden unsere Zielen für die Zukunft sein, daran werden wir arbeiten!

 

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